Eine Kunstreise durch das winterliche Mecklenburg nach Güstrow und Schwerin

Zur Ausstellung „Außer Kontrolle ! Farbige Grafik und Mail Art in der DDR“:

Seit dem 20. November wird im Schloss Güstrow und in der Galerie Alte & Neue Meister in Schwerin die Ausstellung „Außer Kontrolle ! Farbige Grafik & Mail Art in der DDR“ gezeigt. Die Kunstreise führte zuerst in die Barlachstadt Güstrow. Dort wird in den oberen Stockwerken des Güstrower Schlosses Mail Art, bibliophile Bücher der Pirckheimer Gesellschaft, Happenings und Performances ausgestellt. In der weiten Landschaft Mecklenburgs konnten sich weitestgehend unbeobachtet von der Stasi eine Kunstszene etablieren, die sich im Sommer zu Plain-Air-Ausstellungen zusammenfand und Land Art Kunstaktionen machte. Weiterlesen

SEYFRIED – Werkschau vom 27.9.2015 – 24.1.2016

seyfriedDas caricatura museum präsentiert in einer großen Werkschau die gesamte Bandbreite von Gerhard Seyfrieds Schaffen. Gezeigt werden frühe Cartoons aus dem Münchner Blatt, Comics aus den letzten 35 Jahren, seine großformatigen Wimmelbilder und Plakate, Einzel- und tagespolitische Cartoons, Illustrationen und Objekte.

In der Galerie im ersten Stock werden frühe Arbeiten ausgestellt, oft Kleinstformate in Schwarzweiß. Hier sind neben Zeichnungen für Pardon und Titanic Blätter aus Seyfrieds Zeit in den USA zu sehen (ab 1978), darunter eine Fülle an Skizzenblättern aus San Francisco und Berkeley. Gezeigt werden hier u.a. Cartoons aus seinen ersten Büchern und ein großartiger Polizeiautobastelbogen, sowie Seyfrieds Anfangswerke aus der Werbegrafik.

Im Erdgeschoss werden Auszüge und Materialien zu Seyfrieds Comics Invasion aus dem Alltag (1980), Das schwarze Imperium (1986) und Flucht aus Berlin (1990) präsentiert. Daneben sieht man die in Zusammenarbeit mit Ziska entstandenen Science Fiction-Blätter, Geschichten rund um den Hanf, Plakate und nicht zuletzt aktuelle tagespolitische Cartoons.

Quelle: http://www.caricatura-museum.de/die-ausstellung-seyfried.html

Wo soll das alles enden

cover-wo-soll-das-alles-enden-204x300Das Kultbuch der undogmatischen Linken ist wieder da: Seyfrieds gezeichnete Reportage der politischen Revolte der 70er Jahre. »Wo soll das alles enden« versammelt Cartoons aus den Jahren 1972 bis 1978, die ursprünglich im legendären anarchistischen Münchner Stadtmagazin »Blatt« erschienen sind. Gerhard Seyfrieds Zeichnungen mit Bullen und ultracoolen Anarchos spiegeln den Kampf der Spontis, Kiffer und Spaßguerilleros gegen die repressive Gesellschaft der Bundesrepublik wider. Das Buch hat die alternative Szene bis heute am Lachen gehalten, über Beziehungskisten, Rasensprenger, einstweilige Erschießungen – und nicht zuletzt über sich selbst. Erstmals 1978 erschienen, erreichte der Band bis heute eine Gesamtauflage von rund einer halben Million Exemplaren.

Gedruckt in jeder Buchhandlung und als E-Book lieferbar.

Quelle: http://gerhardseyfried.de/wo-soll-das-alles-enden/

Eine Kunstreise durch das winterliche Mecklenburg nach Güstrow und Schwerin

Die Ausstellung „Außer Kontrolle ! Farbige Grafik und Mail Art in der DDR“

Seit dem 20. November wird im Schloss Güstrow und in der Galerie Alte & Neue Meister in Schwerin die Ausstellung „Außer Kontrolle! Farbige Grafik & Mail Art in der DDR“ gezeigt. Die Kunstreise führte zuerst in die Barlachstadt Güstrow. Dort wird in den oberen Stockwerken des Güstrower Schlosses Mail Art, bibliophile Bücher der Pirckheimer Gesellschaft, Happenings und Performances ausgestellt. In der weiten Landschaft Mecklenburgs konnten sich weitestgehend unbeobachtet von der Stasi eine Kunstszene etablieren, die sich im Sommer zu Plain-Air-Ausstellungen zusammenfand und Land Art Kunstaktionen machte.

Grafik in der DDR – das war ein Refugium der Künste und zugleich ein Medium der Freiheit. Sie war weiter verbreitet als in der damaligen Bundesrepublik. Grafiken waren preisgünstig und damit für alle erreichbar. Graphische Blätter und Graphikbücher in kleiner Auflage, die bis zu einer bestimmten Anzahl ohne Zensur hergestellt werden konnte, waren so ein Medium der Freiheit. Dadurch haben diese Kunstformen dazu beigetragen, daß die Grafik eine wesentliche Rolle bei der Etablierung einer künstlerischen Sub- und Gegenkultur spielen konnte.

In der Schweriner Sammlung zeigen sich diese insbesondere in der farbigen Grafik und in den Aktivitäten des Mail Art Netzwerks. Mit subversivem Humor demonstrieren die Werke, was Kunst in der Diktatur leistete. Zudem entwickelten die Künstler unkonventionelle Drucktechniken und Strategien, um mit den einengenden gesellschaftlichen Umständen kreativ umzugehen. Kunst und inoffizielle Ausstellungsorte wurden zu einer alternativen Öffentlichkeit.

Die Annäherung an die DDR-Vergangenheit und das Wissen um das Leben in der Diktatur wird durch ein vielseitiges Rahmenprogramm für alle Altersklassen vertieft. Gerade angesichts aktueller internationaler Ereignisse wie der Entwicklung einer umfassenden Datenüberwachung durch Geheimdienste ist die Frage nach dem Umgang jedes Einzelnen mit staatlicher Überwachung wieder virulent geworden.

Die Ausstellung „Außer Kontrolle ! Farbige Grafik & Mail Art in der DDR“ findet vom 20.11.2015 bis zum 14.2.2016 in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin und im Schloss Güstrow statt.

Öffnungszeiten in Schwerin Di – So 10 – 17 Uhr und in Güstrow Di – So 11 – 17 Uhr. Zu beiden Ausstellungen sind Kataloge erschienen, die in den Museum-Shops zu erhalten sind.

Unter dem Radar – Underground- und Selbstpublikationen 1965 – 1975

unter-dem-radarDer ungeliebte Begriff ›Underground‹ umfasst Hippies, Beats, Mystiker, Durchgeknallte, Freaks, Yippies, Verrückte, Exzentriker, Kommunarden und alle, die starre politische Ideologien ablehnen (›Das ist eine Geisteskrankheit‹) und überzeugt sind, dass die Bastille schon von selbst fallen wird, wenn sie nur ihr eigenes Hirn sprengen«, schreibt Richard Neville 1970 in seinem Buch Play Power – Exploring the International Underground. Er war Mitbegründer eines jener Magazine, die maßgeblich wurden für den „Import“ des Modells „Underground“ aus den USA: Oz, neben it – international times das einflussreichste europäische Magazin einer dämmernden counter culture.